Mehr Gelassenheit im Alltag – wie Übungen des Yoga dich darin unterstützen können

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Gastartikel von Sandra Simon

Kennst du das auch? Manchmal stehe ich morgens auf und mein Kopf beginnt zu rattern und zu planen: einkaufen, putzen, Wäsche waschen was zuerst wann wie und wo. Die Steuererklärung lässt sich auch langsam nicht mehr länger aufschieben … Dann bekomme ich schlechte Laune und gehe lustlos an die Arbeit, irgendwie ist mir alles zu viel …

Immer öfter gelingt es mir zum Glück aber auch, ganz gelassen in den Tag zu starten und eine Sache nach der Anderen zu erledigen. Gut gelaunt und Stressfrei.

Hier meine 5 besten Tipps aus dem Yoga für dich, die dir dabei helfen im Alltag gelassen und entspannt zu bleiben

1. Tipp: Körperbewusstsein

Beim Aufstehen lasse ich mir noch einen Moment Zeit. Ich spüre meinen Körper und jedes einzelne Körperteil ganz bewusst, wackle mit den Zehen. Spüre meine Beine und mein Becken, den Bauch und den Rücken, die Arme und die Hände, bewege meine Finger, lass den Kopf ein paar mal locker von einer Seite zu anderen Seite rollen, spüre meinen Kopf und gähne herzhaft. Schenke jedem Körperteil ein Lächeln.
Ich mache mir bewusst dass nur dieser Augenblick zählt, ganz verbunden mit mir Selbst. Jetzt kann der Tag entspannt beginnen!
Selbstverständlich wirken diese Übungen auch im Laufe des Tages, sowie du dir einen Moment Zeit dafür nimmst, dich ganz bewusst wahrzunehmen und zu spüren.

 

2. Tipp: Entspannter Körper – entspannter Geist

Entspannter Körper – entspannter Geist: Heute ist der Zusammenhang von Körper Geist und Seele weitestgehend bekannt. Die Körperhaltungen, Asanas, des Yoga wurden basierend auf diesem Wissen von den alten Rishis (Sehern, sozusagen die „Erfinder“ des Yoga) entwickelt und erforscht. Sie unterstützen also nicht nur die Muskulatur und den physischen Körper dabei sich zu entspannen, auch der Geist kommt zur Ruhe.

Darum übe ich für meine Körper-Entspannung am liebsten Yoga AsanasNach meiner Praxis fühle ich mich den Herausforderungen des Tages gewachsen. Das Gefühl, das hierbei entstanden ist und welches die Yogis Vairagya nennen (Gleichmut, die Eigenschaft bei sich zu bleiben und nicht aus der eigenen Mitte gezogen zu werden), bleibt mir oft den ganzen Tag erhalten

Asana Praxis: Du kannst jede Art der Übungen machen, die dir helfen, dich lockerer und entspannter zu fühlen

Meine Empfehlung für dich:

Um deinen Geist zu beschäftigen, übst du am besten fließende Bewegungen in Verbindung mit deinem Atem, z.B. den Sonnengruß. Was uns gleich zu meinem nächsten Tipp bringt: 

 

3. Tipp: Achtsames Atmen

Der Atem ist die Verbindung zwischen Körper und Geist. Genauso wie ein unruhiger Geist meinen Atem beeinflusst, genauso wirkt die ruhige Atmung sich wohltuend aus. Dies ist ein Prozeß, der über das Unterbewusstsein wirkt, demzufolge ist die Atem-Achtsamkeit eine wichtige Übung um Gelassenheit im Alltag zu entwickeln. 

Hier eine meiner Lieblingsübungen für dich, die du jederzeit und überall üben kannst und die in stressigen Situationen Wunder wirken kann:

Atemachtsamkeit für mehr Gelassenheit im Alltag: 

Sitze ruhig mit geradem Rücken und so entspannt wie möglich (es geht natürlich auch im Stehen, z. B. an der Supermarktkasse) und senke für einen Moment die Pupillen. Atme vorbereitend aus, dann atme fünf mal ganz ruhig und bewusst. Einatmen – ausatmen … konzentriere dich dabei nur auf deinen Atem und genieße es.

Probiere es doch jetzt gleich mal aus 😉

 

4. Tipp: Kultiviere innere Zufriedenheit

Eine weitere Empfehlung aus dem Yoga die dir helfen kann entspannt und gelassen zu bleiben ist eine der Verhaltensregeln die der weise Patanjali in seinem 8-stufigen Yogapfad beschreibt: Er empfiehlt uns, uns in Santosa zu üben. Das bedeutet Zufriedenheit, die higkeit sich zu freuen, Dankbarkeit. Betrachte die guten Dinge in deinem Leben, das was schön und gut ist und genieße jeden Moment so gut du kannst, freu dich an den kleinen Dingen. Ich weiß das das nicht immer leicht ist und bin auch noch kein Meister darin, aber es tut gut, sich so oft wie möglich daran zu erinnern Zufriedenheit zu kultivieren.

 

5. Tipp: Übe in der  Stille zu sein

Als letzte Stufe, die es im Yoga zu erreichen gilt, ist die Stille. Das zur Ruhe kommen des citta, des meinenden Selbst. Die Einheit des Geistes, den wir in verschiedenen Stufen der Versenkung schulen.

r den Anfang kann dies auch einfach ein besonderes Ritual sein, dir Selbst etwas Gutes zu tun: 

Ritual: Mach dir eine schöne Tasse heissen Tee und setze dich für einen Moment an deinen Lieblingsplatz, dort wo du wirklich ungestört bist und nimm einen Schluck von deinem Tee. Dann genieße sie: Die Stille. Äußerlich. Innerlich. Sei ganz bei dir.

Yoga ist ein System, das auf Erfahrung beruht und aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich dir diese Übungen wirklich empfehlen. Du kannst es schaffen in schwierigen Situationen ruhig und in deiner Mitte zu bleiben. Wenn das Gefühl aufkommt, dass dir alles über den Kopf wächst einfach fünf mal tief zu atmen oder eine Tasse Tee zu trinken, um dir deinen persönlichen Moment der Stille zu schaffen. Spüre dich und deinen Körper. Übe in deinem Tempo und freu dich über deine Fortschritte. Du wirst sehen, die Gelassenheit kehrt mehr und mehr in deinen Alltag ein.

Yoga kann dich durch sein System aus Körper-& Atemarbeit, Achtsamkeitsübungen und Meditation darin unterstützen, gelassener und entspannter zu leben.

Alles Gute für dich

Deine Sandra Simon

Über die Autorin:

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Sandra Simon ist leidenschaftliche Yogalehrerin seit 2006 und bildet sich kontinuierlich in traditionellem Yoga nach Krishnamacharya, Desikachar und Sriram weiter. Sandra gibt Yogakurse im Gruppenunterricht, Einzelunterricht und Yoga für Kinder in Altomünster und Umgebung. Nebenbei betreibt sie seit 2009 ihren Yogablog. http://sayoga.de/